* Sigrid allein zu Hause

 

Sigrid allein zu Hause...           


Bisher habe ich fast ausschließlich von Jörg berichtet. Nun wird es Zeit, ein paar Worte zu meiner Person zu verlieren.
Jörg ist mein zweiter Mann. Wir leben seit 1991 zusammen. Uns verbindet eine innige Liebe und
wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten. Kennengelernt haben wir uns im Schützenverein, den ich
1990 gründete und dem ich 17 Jahre als Vorsitzende vorgestanden habe. Jörg wurde für viele Jahre mein Stellvertreter. Unser Privatleben war fast vollkommen auf Verein eingestellt.
Wir sind beide sehr naturverbunden und Jörg brachte mich zur Jagd. Ich legte die Jägerprüfung ab.

Unsere Kinder (Jörg 2 Jungen, ich 3 Mädchen) sind mittlerweile flügge geworden und haben das Elternhaus verlassen. Inzwischen sind 3 Enkelchen dazu gekommen.

Als wir 1996 unser Haus in ländlicher Umgebung kauften, erfüllten wir uns den Wunsch, mit Tieren zu leben. Eine Jagdteckelhündin (Ira) hatten wir schon. Nun kamen Katzen, Hühner, Kaninchen, Wellensittiche, Nymphensittiche, Bourkesittiche, Zebrafinken. Ein grosser Hund musste auch sein und so kam Atilla, der Hundekönig zu uns. Atilla ist ein Mix aus Schäferhund - Leonberger - Hovawart.




2 Frettchen rundeten unsere Menagerie ab, aber die Fähe verstarb kurz vor ihrem ersten Wurf.

Solange Jörg da war, ging alles gut. Auch als er arbeitslos wurde, hatten wir keine Probleme mit unserem Heimtierzoo. Aber ich sah wie er litt, die Beschäftigung mit den Tieren war kein Ersatz für die Arbeit. Er kam sich so überflüssig vor. Sein Bierkonsum stieg an und ich hatte schon Angst, dass er zum Alkoholiker werden könnte.

Es war wie eine Erlösung, als Jörg den Lehrgang im Schwedenkontor belegen konnte. In Deutschland waren seine Chancen, wieder in Arbeit zu kommen sehr schlecht, dass wusste ich aus eigener Erfahrung. Bin ich doch selbst 1,5 Jahre nach Schleswig-Hollstein gefahren, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Danach fand ich dann eine Stelle in einer geriatrischen Reha-Klinik in Greifswald. Der Verdienst war nur die Hälfte im Vergleich zu Heiligenhafen, aber ich war wieder zu Hause.

So eine Trennung wollten wir beide nicht wieder, hatten wir doch vor, noch möglichst viele Jahre gemeinsam zu verbringen - keine Beziehung auf Urlaubsbasis! Darum konnte die Entscheidung nur sein:

Wenn Jörg nach dem Lehrgang einen Arbeitsplatz in Skandinavien bekommt, gehe ich mit ihm!


Als Jörg nach seinem Praktikum nach Hause kam, war alles klar. Also begannen wir unseren Heimtierzoo zu reduzieren. Die Ziervögel gaben wir zu Bekannten zusammen mit den dazugehörenden Vollieren. Die Kaninchen wurden abgeschafft und die Hühner zunächst einmal auf 6 reduziert. Trotzdem hätten die Tage für mich 48 h haben müssen. Also habe wir beschlossen, uns auch aus dem Verein zurück zu ziehen. Ein Stellvertreter, der nicht da ist, nützt ja auch nicht viel. Deshalb beraumte ich vorgezogene Wahlen an und im April 2007 erklärte ich meinen Rücktritt.

Jedes Mal, wenn Jörg von zu Hause weggefahren ist, fiel mir sehr schwer. Ich dachte, ich würde es kennen aus der Zeit, als ich nach Heiligenhafen gefahren bin. Das war ein Irrtum. Es ist ein grosser Unterschied, ob man wegfährt oder zurück bleibt. Meine Tränen hat niemand gesehen.

Manchmal, wenn ich mich sehr allein fühlte, kam die Eifersucht und es hat lange gedauert, bis ich das in den Griff bekam. Zwölf Woche sind eine sehr lange Zeit für eine Trennung, Deshalb bin ich im Februar 07 nach Schweden geflogen. Es war mein erster Flug und ich war sehr aufgeregt, habe aber alles recht gut überstanden. Zu Hause war zu der Zeit nichts von Winter zu sehen, nun flog ich direkt hinein . Die Schweden meinten zwar, es wäre kein richtiger Winter, aber für mich waren -20° C und 60 cm Schnee schon genug. Täglich kamen ca. 5 cm Neuschnee dazu. Die Temperaturen empfand ich nicht als sehr kalt. Mit dieser trockenen Kälte kann ich gut leben.

Zum ersten Mal lernte ich auch die schwedische Natur kennen und ich war begeistert. Jörg hat mir sehr viel gezeigt. Wir waren jeden Tag unterwegs. Ich habe die Reservate gesehen, wo Jörg gearbeitet hat. Die Wanderwege waren gut begehbar und auf dem Eis hatte die Kommune mit Räumtechnik eine breite Bahn rund um den See für die Schlittschuhläufer frei gemacht.

Wir waren in Sala, Gamla Uppsala, Uppsala. Ich war neugierig auf alles. Natürlich sind wir auch durch Einkaufszentren promeniert, Bålsta, Kista (war am beeindruckensten für mich) Jakobsberg wo ich natürlich Ikea besucht habe.

Zum Schluss durfte Stockholm nicht fehlen. Der Tag war trübe. Es war Tauwetter und zwischendurch flockte es nass vom Himmel. Ich hatte mich erkältet und 39°C Fieber. Aber egal, Stockholm wollte ich auf keinen Fall versäumen.

 

 Weil sich Jörg damals noch nicht in Stockholm auskannte, sind wir mit Navi gefahren. Ich fand es lustig. Bevor Jörg auf die Ansage reagieren konnte, waren wir schon an der Abfahrt vorbei und so ging es ein paar Mal im Kreis. Dazu kam noch das Parkplatzproblem. Nichts zu finden, d.h. Parkplätze fanden wir wohl, nur war absolut nichts frei. Also haben wir das Auto einfach am Strassenrand abgestellt, Freunde hatten uns gesagt, dass Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen toleriert würden. Es ist auch gut gegangen.

Am nächsten Tag ging es dann zurück nach Deutschland. Am liebsten wäre ich gleich dageblieben. Grob geplant wollte ich im September für immer nach Schweden kommen.

Ich war dann noch einmal im Juni für eine Woche bei Jörg. Im Anschluß an seinen Heimatbesuch hat mich Jörg mit dem Ato mitgenommen. So lernte ich die Überfahrt mit der Fähre kennen. Die Autofahrt nach Bro war sehr schön. Bei der Ruine Brahehus hab wir Mittagspause gemacht. Dort ist auch ein Teil der Bilder entstanden. Zurck bin ich wieder geflogen.

Dann zeichnete sich immer mehr ab, dass sich meine Übersiedlung verzögern würde. Wir kamen mit unserer Wohnungssuche nicht weiter. Jörgs Arbeitsstellenwechsel kam dazu. Als ich Jörg mitteilte, dass ich um ein Vierteljahr verschiebe, war er sehr erleichtert. Dafür bin ich dann noch einmal im Oktober nach Schweden geflogen.

muss leider Pause machen, der Editor hat keine Lust mehr!




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Es geht bald weiter!

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